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Der Mohriner See

Der Mohriner See (Jezioro Morzycko) befindet sich etwa 20 km vom Grenzübergang Hohenwutzen / Osinòw Dolny (Niederwutzen)entfernt. An seinem Ufer liegt das kleine Städtchen Mohrin (Moryn), das u. a. eine reizvolle Feldsteinkirche besitzt. Leider blieb meine Internetrecherche über Moryn fast völlig ergebnislos: für die, die fließend Polnisch können - ich kanns trotz Polnisch-Grundkurs nicht - gibt es die liebevoll gemachte Seite www.moryn.pl, auf der sich auch die Legende vom Großen Krebs befindet.

Der See ist einer der klarsten in Polen, vielleicht der klarste im Gebiet Pomorze. Er ist umgeben von einem kleinen Waldgürtel, der sich im Norden mit einem Ausläufer des Cedyndski Park Krajobrazowy, des "Zehdener Naturparks" verbindet. (Früher hieß dieser Naturpark Puszcza Cedynska, Zehdener (Ur-)Wald, was einem eine Vorstellung von der Umgebung vermittelt...)

Schon durch diesen Waldgürtel zu spazieren ist geheimnisvoll. Leider wird die Freude oft genug getrübt durch Müll, Fäkalien etc. Auch der Uferbereich ist sehr verschmutzt. Der See selbst ist, bzw. war noch vor einigen Jahren, sauber, so sauber, dass man dort mit etwas Glück Edelkrebse finden kann, die ja anderswo sehr selten geworden sind. Und das bringt uns zum

Großen Krebs

Jedes Jahr, wird erzählt, ertrinken im See Menschen. Man sagt, der Große Krebs habe sie geholt. Deutsche Taucher scheint das nicht zu stören - aber die Polen baden, wenn überhaupt, dann nur, wo es sehr flach ist. Tatsächlich gibt es mitten auf dem See eine Stelle, die unergründlich tief zu sein scheint. Fährt man darüber, mit Boot oder Wassertreter, ergreift einen eine eigentümliche Mischung aus Furcht und dem Verlangen, sich über den Bootsrand zu beugen und... Bei mir siegte die Panik. Vielleicht bin ich deshalb noch in der Lage, darüber zu schreiben...?

Anfahrt:

Am besten benutzt, wer mit dem Auto aus Richtung Berlin kommt, den Übergang Hohenwutzen. Bei der Überfahrt über die Oder kann man gleich die Oder auf sich wirken lassen: man spürt deutlich, dass jeder Fluss sein eigenes Wesen hat. Auch die Oder, obwohl sie an dieser Stelle in einem von Menschen gemachten Bett fließt, das erst etwa 250 Jahre alt ist, zeigt deutlich, dass sie einen eigenen Charakter hat, der sie von anderen Flüssen unterscheidet.

Nachdem man Osinòw Dolny mit dem "Polenmarkt" hinter sich gelassen hat, ebenso Cedynia, erreicht man nach etwa 12 km in Richtung Chojna das Dorf Orzechow. Hinter Orzechow zweigt die Chaussee (hier passt noch das alte Wort) spitzwinklig nach rechts ab, und man erreicht Moryn nach weiteren 8 km. Eine andere, landschaftlich reizvollere Route geht von Cedynia über Radostòw, Golin und Nowe Objezierze nach Moryn: sie ist aber nur zu empfehlen, wenn man viel Zeit hat und sich an den schmalen, oft löcherigen Straßen nicht stört.

Text von Jokerman, zuletzt geändert am 14.1.03

Links: http://www.moryn.pl