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Der Geologische Lehrpfad Altranft

Manch eine/r wird sich jetzt wundern: Nanu, ein Lehrpfad als Kraftplatz? "Lehrpfade" sind doch mehr oder weniger (meist eher weniger) interessante, mehr oder weniger überlaufene "Parcours", die man in der Gruppe oder Klasse entlang gescheucht wird und dort was lernen soll! Stimmt. Lehrpfade waren einmal sehr in Mode. Manchmal wurde da auch des Guten zuviel getan. Und trotzdem schreibe ich darüber...

Warum also ein Text über eine ehemalige Braunkohlengrube voller Steine? Kein Heiligtum, kein Großsteingrab. Nur Steine. - Ja, eben. Weil sie voller Steine ist. Man kann sich auf so einem Lehrpfad informieren über nordische Geschiebe, "Findlinge", über die Gesteine und die Mineralien, aus denen sie bestehen. Das kann man, wenn man möchte. Du kannst aber auch... - die Steine spüren, kannst spüren, dass jeder Stein ein Individuum, ein Original ist. Du spürst das sanfte Wesen eines Dalarna-Sandsteins. Oder die Kraft, die Schwere, das Feuer, von dem ein Gneis so erfüllt zu sein scheint, dass man meinen könnte, er möchte platzen. Ein anderer, ein Granit, liegt nur einfach da wie ein Wollsack... Aber was sind Worte, Bezeichnungen: "Granit", "Gneis", "Sandstein"? Jeder Stein ist einzigartig. So wie wir Menschen. In der Welt der nordamerikanischen Indianer sind Steine "das älteste Volk". Deshalb sollten ohne Not Steine auch nicht von ihrem Ort bewegt werden. Nun, das wird einem hier angesichts der Größe ohnehin schwerfallen. Besuchen wir sie also dort, wo sie seit etlichen Tausend Jahren liegen...

Wie man hinkommt: Altranft gehört zu Bad Freienwalde (Brandenburg). Von Bad Freienwalde fährt man in Richtung Wriezen (nicht die Umgehungsstraße!). Nachdem Überqueren der Bahngleise biegt man in die nächste Straße rechts (Richtung Sonnenburg), nach der Unterquerung der Eisenbahnbrücke sofort wieder rechts. Parkplätze gibts wenig, aber Interessierte (leider oder zum Glück?) noch weniger - ein ungestörtes Gespräch mit seinem Lieblingsstein dürfte also problemlos möglich sein...

Text von Jokerman, 3.12.2003

Linktip: Haus der Naturpflege Bad Freienwalde