drachin

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Carrowmore und Knocknarea, Sligo, Irland

Ich war 1999 das erste Mal in Irland, zusammen mit meinen Eltern. Wir hatten zwar grob eine Route festgelegt, sind aber mehr oder weniger einfach drauflos gefahren, ohne uns um touristische Attraktionen zu kümmern. Wenn wir etwas gesehen haben, was einen von uns interessiert hat, sind wir eben mal schnell abgebogen.

So bin ich auch zu den Megalithen von Carrowmore bei Sligo gekommen. Es war schon recht spät und wir hatten noch keine Übernachtungsmöglichkeit, als ich das Schild sah. Also nix wie hingefahren und schon von der Strasse aus das erste Megalithgrab entdeckt. Nun ist das Gelände eben eine touristische Attraktion, und kein einsamer Steinkreis, wo man mal in Ruhe die Atmosphäre genießen kann...auf dem Parkplatz erstmal versucht, an anderen Deutschen vorbeizuschleichen. Ich glaube, es hat sogar keinen Eintitt gekostet. Führung wollten wir nicht, also sind wir einfach drauflos marschiert, und oh wunder! Dank der späten Stunde (Spätnachmittag) waren wir die Einzigen! Für mich war es der erste richtige Steinkreis, den ich gesehen habe, und auch Menhire und Gräber hab ich eigentlich das erste Mal bewusst gesehen (vorher mal mit 3 Jahren auf Korsika). Deswegen war es schon was besonderes, obwohl ich mich dem nicht so genähert habe, wie ich es heute machen würde. Was ich sicher sagen kann, ist dass man Kraft spürt, vor allem an dem Kreis ist mir das aufgefallen.


Carrowmore Megalith - Bild © Nalin 1999


Es ist natürlich kein so riesiger Kreis wie z.B. Stonehenge. Es sind mehrere Gräber über ein recht weites Gebiet verteilt, und ein (oder mehrere?) Steinkreise aus kniehohen Steinen. Was ich vorher nicht wußte: Es ist immerhin der größte Megalithfriedhof Irlands und anscheinend auch einer der größten der Welt. Es wird geschätzt, dass sich dort ursprünglich über 200 Dolmen, Menhire und Steinkreise befanden. Nach Zerstörungen sind heute ncih ein paar Dutzend davon erhalten. Zum Glück läuft in Irland aber ein Programm zum Schutz solchern Relikte, so dass heute keine weitere Zerstörung mehr befürchtet werden muß.

Angeblich soll dort das Volk der Fir Bolg begraben sein, dass vom Volk der Tuatha de Danaan vernichtend geschlagen wurde (irische Sagen, wenn ich was finde, schreibe ich es dazu!).

Von dort aus sieht man auch einen 350m hohen Berg -es klingen die Berghöhen immer so gering in Irland, aber wenn alles Land drumherum auf Meereshöhe liegt, ist das schon eine Höhe!-auf dem von Weitem noch ein „Hubbel“ erkennbar ist. Der „Hubbel“ ist ein weiteres Steingrab, in dem der Sage nach die Königin Meave (oder Medbh) begraben liegt. Sie ist als Kriegerkönigin von Connacht Mittelpunkt der keltischen Erzählung „Rinderraub von Cooley“ (ich werde auch die Geschichte suchen und dann dazu stellen!).


Knockarea - Bild © Nalin 1999


Es gibt einen Weg der auf den Knocknarea hinaufführt, bei unserer Expedition sind wir allerdings gescheitert *g*. Wir haben schon den Parkplatz (wenn‘s denn der richtige gewesen sein sollte) nur durch Zufall gefunden. Der Weg war nicht beschildert, was für meinen Vater, der die schweizerischen, gut markierten Wanderwege gewohnt ist, schon mal eine Katastrophe war. Er hat nach einer halben Stunde den Weitermarsch verweigert, ihm kamen die Wege komisch vor (waren halt mehr schlammige Kuhpfade als Wanderwege...). Eigentlich ist es aber ein wunderschöner Weg, weil der Berg teilweise bewaldet ist (was man ja in Irland dank früherer exzessiver Forstwirtschaft nicht mehr so oft hat), man könnte wirklich denken, gleich steht ein Troll vor dir oder eine Fee...sehr dunkler moosiger Laubwald; einfach schön! Da es aber leider ziemlich viel geregnet hatte, haben dann auch wir die Wanderung aufgeben, als wir bis zu den Knieen im Schlamm gestanden sind. Irgendwann werd ich das aber nachholen!

Nalin